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Geschichte Ortsteil Wehre

Die Familie der freien Herren von Wehre wird im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Wie Jürgen Hodemacher in seinem Buch „Der Landkreis Wolfenbüttel, seine Städte und Dörfer“ schreibt, habe es eine zweite Familie dieses Namens gegeben. Sie sei eine Hildesheimer Ministerialfamilie gewesen. „Vermutlich stammt je eine der beiden Familien aus einem der beiden Dörfer Wehre - es gab nämlich ein Ostwehre und ein Westwehre“ - so Hodemacher.

Ostwerri im Gau Lera wird in einer Kaiserurkunde Heinrich III. im Jahre 1053 erwähnt. „Hier hatte der Ritter Timo Güter, die ihm abgesprochen wurden und nun vom Kaiser der Hildesheimer Kirche geschenkt wurden. Im Jahre 1146 taucht in der Stiftungsurkunde des Klosters St. Godehard in Hildesheim der Ort Werre ohne weitere zusätzliche Bezeichnung auf. 1158 erhielt das St. Petersstift in Goslar von Bischof Bruno eine Hufe Land in Werre, auch das Kloster Ringelheim war 1209 im Besitz von Land in Werro“, hieß es weiter.

Im 13. Jahrhundert und später seien die beiden Dörfer als Groß und Klein Wehre unterschieden worden. Mit Klein Wehre sei das alte Ostwehre in der Nähe von Schladen bezeichnet worden, mit Groß Wehre das heutige Wehre. Ende des 16. Jahrhunderts, spätestens aber im Dreißigjährigen Krieg sei Klein Wehre wüst gefallen.

Da das Dorf an einer großen Herr- und Handelsstraße von Goslar nach Magdeburg lag, blieb es in Kriegszeiten nicht vor Überfällen bewahrt. 1626 zogen die Truppen nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge durch das Dorf. Anschließend habe man die Kohläcker verderbt, die Häuser und Gärten übel zugerichtet vorgefunden, sowie „die Kirche und des Opfermanes Hüttlein und andere Häuser durch Kriegsgewalt und Verwahrlosung angezündet und abgebrannt“, heißt es in Wehrer Historischen Dokumenten.

An die Opfer des deutsch-französischen Krieges 1870/71 und die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnern Gedenktafeln und ein Kriegerdenkmal. Am 9. April 1945 nahmen die Amerikaner den Ort kampflos ein. Wehre nahm nach dem Krieg Flüchtlinge aus den von Russen und Polen besetzten Ostgebieten auf. Die Zahl der Einwohner verdoppelte sich auf 670. 1956/57 wurden die ersten Siedlungshäuser gebaut. Der Ort gehörte bis 1974 zum Landkreis Goslar, ist seitdem ein Schladener Ortsteil und wechselte damit in den Landkreis Wolfenbüttel.

Die Wehrhaftigkeit des Ortes dokumentiert das Wappen von Wehre. Das vom Zeichner Wilhelm Krieg entworfene Wappen lehnt sich an das Wappen der um 1370 ausgestorbenen Herren von Wehre an, die einen Schild von Eisenhutfeh führen. Feh ist ein grafisch abstrahiertes Pelzwerk. Wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Helm wurden die Teilstücke Eisenhüte genannt.