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Ortsgeschichte Schladen

Unser Dorf im Wandel der Zeit!

Als die Erdarbeiten für den Kindergarten „im Winkel“ begonnen wurden, stieß man auf die Spuren der Bandkeramiker, die hier vor 6000 Jahren eine Siedlung hatten. Durch Gespräche mit Herrn Oberkustos Dr. Schultz aus Braunschweig konnte ich erfahren, dass sie vor 2000 Jahren wieder verschwunden sind. 

Der Ursprung unseres Dorfes war jedoch in der Gemarkung zwischen Sud- und Werkenholz. Von hier aus wurde unser Dorf im heute westlichen Teil, der "Neuen Dorfstraße", gegründet. Die heutige Domäne, früher Schloss, wurde im 10.-11. Jahrhundert als Burg erbaut. Sie war ganz von Wasser umgeben. Bei Ausgrabungen konnte man hier 1956 einen großen Bergfried nachweisen, der mit den glei­chen Steinen wie die Werlaburg auf dem Kreuzberg gebaut wurde. Diese Steine waren aus dem Harly bei Vienenburg. Der Krühgarten war der Gemüsegarten, eben­so war der heutige Sellhof die Garküche. Krüh, Kraut, Selchen, Kochen und Pökeln.

1699 brannte unser ganzes Dorf ab. Neben dem Schloss wurden die ersten Häuser im Lindendamm, Sellhof und Dammstraße erbaut. Das Grundstück von Gärtnermeis­ter Petzler am Markt war Nr. 7. Unser Heimathaus "Alte Mühle" stammt aus dem Jahr 1706.

Das älteste Bild von Schladen (im Ratszimmer des DGH ist eine Nachbildung zu sehen), wurde 1792 von dem Maler Weitsch gemalt und zeigt unter anderem einen 6 m großen Obelisk, der im Krühgarten steht. Leider konnte die Widmungsplatte, die irgendwann abge­baut wurde, nicht wieder gefunden wer­den. Wir beklagen ihren Verlust. Auf der Westseite ist ein Männerkopf zu sehen. Man geht davon aus, dass es den damali­gen Besitzer des Schlosses, den Bischhof von Hildesheim darstellt. Ein zweites Bildnis zeigt das Wappen der Familie von Bocholtz, einen Schwan mit 3 Leoparden­köpfen. So könnte der Obelisk auch dieser Familie gewidmet sein, denn sie waren die Grafen von Schladen.

Über die Werlaburg auf dem heiligen Kreutzberg ist in der Chronik und in den Geschichtsbüchern schon oftmals berichtet worden. Ein großer Findling erinnert noch heute an diese gewaltige Burg. Seit 1934 bis in die heutige Zeit ist hier immer wieder gegraben worden. Seit dem Jahre 924 ist die Burg im Zusammenhang mit dem Mongoleneinfall im Gespräch; bis ins 11. Jahrhundert wurden hier die Reichs­tage der deutschen Fürsten abgehalten. Heinrich der Erste und mehrere Sachsen­kaiser wohnten hier.

Die mongolischen Reiterheere, die aus den Steppen Innerasiens stammten, hatten bereits das östliche Europa überschwemmt und schickten sich an, auch Westeuropa zu erobern. Sie versuchten mehrfach die Okerfurt bei Schladen zu erreichen, die ein­zige Furt zwischen Harz und der Norddeut­schen Tiefebene. Wäre es ihnen gelungen, den Hellweg zu erreichen, hätte ihnen ganz Westeuropa offen gestanden. Noch heute ist der Hellweg, der von Schladen über Ringelheim, Minden, Dortmund und Düsseldorf führt, in den Geschichtsbü­chern erwähnt. Er war eine der großen Heerstraßen aus dieser Zeit.

Heinrich der Erste, der diesen Ansturm ver­eitelt hat, konnte durch eine List einen Anführer gefangen nehmen und so einen neunjährigen Waffenstillstand erwirken. Er nutzte die Zeit um einen neuen Überfall entgegen zu treten und baute ein starkes Reiterheer auf. So konnte er sie nach ver­strichener Frist vernichtend schlagen. So ist hier bei uns in Schladen eine weltpolitisch wichtige Entscheidung gefallen.

Im Laufe der Jahrhunderte, bis in die heuti­ge Zeit ist unser Dorf gewachsen, zum Wohle seiner Bürger. Unser Dorf, das sei­nen Namen von Skladheim hat, hat viele Bürger hervorgebracht, die durch ihr Wirken unvergessen sind. [Skladheim heißt Siedlung am Sumpf (Okerfurt)]

Als großer Sohn zählt in Schladen Leopold von Klenze, ein bedeutender Architekt. Aber auch der Pflanzenzüchter Breustedt und der Domänenpächter Hoppenstedt, die beide mit königlichen Titeln belohnt wurden; sowie der Fabrikdirektor Dippe. Nicht zu vergessen die Gründer des Rettungshauses, der heutigen Grotjahnstiftung, die Familie Grotjahn.

Viele Handwerksbetriebe, die heute ausge­storben sind, hatten hier Lohn und Brot. Das Marktrecht und die Eisenbahn mach­ten unser Dorf zum Mittelpunkt des Vorharzes.

Das Schladener Lied, über hundert Jahre alt, erzählt von den Bürgern, die um die so genannte Amtsfreiheit gewohnt haben, dem heutigen Marktplatz. Es waren die ersten Fabiane.

Einstmals tränkten die mongolischen Reiterheere ihre Pferde in der Oker, von hier aus mussten sie den Heimweg antre­ten.

Gott schütze unsere schöne Heimat und all seine Bürger!

Hans Hermann Hartmann, Ortsheimatpfleger
Schladen, den 21.02.2005

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